Oracle reicht NetBeans an Apache weiter

Bereits im September hat Oracle beschlossen, sich von NetBeans zu trennen. Die IDE soll zur Weiterentwicklung an die Apache Software Foundation wechseln. Der Transfer von OpenOffice an die ASF hat das Ende der Bürosuite eingeläutet. Welche Zukunft wird NetBeans haben - ein paar Gedanken dazu.

Bis vor wenigen Wochen hat Oracle sich den Luxus gegönnt, drei Java IDEs selbst zu entwickeln bzw. die Entwicklung zu unterstützen. Neben dem JDeveloper und NetBeans hat Oracle noch das Oracle Enterprise Pack for Eclipse (OEPE) im Angebot. Der JDeveloper und OEPE sind extrem stark auf die Entwicklung mit Oracles Application Development Framework (ADF) ausgerichtet. Auch wenn die Entwickler des OEPE deutlich agiler und neue Funktionen deutlich schneller über den Update-Mechanismus der Eclipse-Umgebung zur Verfügung stellen, ist der JDeveloper immer noch das Entwicklungswerkzeug der ersten Wahl bei Oracle.

Es sieht nun so aus, als habe sich Oracle dazu entschlossen, die Weiterentwicklung von NetBeans in die Hände der ASF zu legen. Ein Proposal zur Aufnahme in den Incubator wurde seitens des ASF akzeptiert. Einer Version von NetBeans unter der Ägide der ASF steht also lediglich die Bereinigung des Source-Codes im Wege. Denn noch enthält die IDE einen Teil an Code, der nicht kompatibel mit der Apache-Lizenz ist.

Parallelen zur Übergabe von OpenOffice an die ASF wecken hierbei ein ungutes Gefühl. Mit dem Unterschied zu OpenOffice könnte Oracle allerdings ein echtes Interesse am Fortbestand der IDE haben. NetBeans ist die Basis für einige Produkte, die Oracle seinen Anwendern zur Verfügung stellt: Hierzu gehören der JDeveloper und der SQLDeveloper.

Laut dem Proposal will Oracle ein Team von namhaften Entwicklern zur Verfügung stellen. Die Weiterentwicklung soll so in Zusammenarbeit mit der Community gewährleistet werden. Vielleicht erhält NetBeans somit eine neue Zukunft, die weitere Committer anzieht, die rund um die IDE professionelle Bündel schnüren, denn NetBeans war schon immer deutlich leichtgewichtiger als Eclipse.

Sollte Oracle die Unterstützung langfristig aufrechterhalten, um sich nicht der Basis für die hauseigenen Produkte zu berauben, dürfte NetBeans einen neuen Frühling erleben. Andernfalls wird die IDE wahrscheinlich das gleiche Schicksal ereilen wie die Bürosuite OpenOffice von der heute kaum noch jemand spricht. Hier hat sich die Community zum Glück selbst geholfen und den erfolgreichen Fork LibreOffice geschaffen. Bleibt zu hoffen, dass die Community in dem Falle des Liebesentzuges durch Oracle, die Unterstützung für NetBeans kompensieren und Vielfalt der Java-IDEs aufrechterhalten kann.

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