Fehlerbehebung im Glassfish-Server

Kryptische Fehlermeldungen bei der Entwicklung von Webanwendungen auf dem Glassfish-Server sind nicht immer einfach zu entschlüsseln und deren Ursache zu beheben. Dieser Artikel geht auf einige häufige Fehler, deren Ursachen und die Behebung ein.

Werden Web-Anwendungen mit dem Glassfish-Server 3.2.X entwickelt, so lassen sich diese mit den entsprechenden Tools (z. B. Glassfish-Tools für Eclipse) relativ schnell und einfach immer wieder neu auf dem Entwicklungsserver publizieren.

Allerdings machen Entwickler Fehler, die wiederum zu einem fehlerhaften Deployment führen können. Solche Fehler verzeiht der Glassfish-Server nicht immer und es kommt zu kryptischen Fehlermeldungen, deren Beseitigung einige Zeit in Anspruch nehmen kann - vorausgesetzt es ist nicht bekannt, an welchen Stellen zu suchen ist.

In diesem Artikel stelle ich einige der kryptischen Meldungen und deren häufigste Ursache vor. Damit einhergehend wird auch die Lösung erläutert. Die Beispiele beziehen sich auf die Entwicklung mit Eclipse und den Glassfish-Tools.

Nachträgliches Ändern einer Managed Bean

Wird der Scope einer Managed Bean (@Named) nachträglich vom Request Scope zum Session Scope geändert, so muss das Interface Serializable implementiert werden. Wird dies vergessen, so wird das Deployment der Managed Bean durch WELD verhindert und eine Fehlermeldung ausgegeben.

Mit einer einfachen Korrektur und dem erneuten Deployment ist es anschließend nicht getan. Der Glassfish-Server verhindert das Deployment mit einer Exception:

com.sun.enterprise.container.common.spi.util.InjectionException: Fehler beim Erstellen des verwalteten Objekts für Klasse: class org.jboss.weld.servlet.WeldListener

Abhilfe kann hier geschaffen werden, indem der Glassfish-Server gestoppt und das Deployment-Verzeichnis bereinigt wird. Untrügliche Anzeichen für ein fehlgeschlagenes Deployment ist ein Verzeichnis beginnend mit dem Namen _xfer.

Deployment einer Webanwendung (WAR) schlägt fehl

In diesem Szenario schlägt das Hot Deployment einer Webanwendung innerhalb von Eclipse mittels Publish (Strg+Alt+P) fehl. Das Glassfish-Logfile meldet, dass das Webarchiv (WAR) noch vorhanden ist.

Betrachtet man das Applikationsverzeichnis auf dem lokalen Glassfish-Server unter $DOMAINDIR/applications/$meine-app so befindet sich dort eine Datei mit der Bezeichnung .staleFiles.

In dieser Datei sind Dateien und Verzeichnisse gelistet, die nicht automatisch vom Glassfish undeployt werden konnten. Bei einem Redeployment der Anwendung über die Glassfish-Tools wird in der Regel die Anwendung vollständig inkl. aller abhängigen Bibliotheken entfernt.

Damit das Deployment wieder lauffähig ist, kann nur Abhilfe durch Stoppen des Glassfish-Servers und manuellem Löschen der Anwendung geschaffen werden.

Damit das Deployment wiederholt erfolgreich funktioniert, ist zu prüfen, ob zusätzlich dem Projekt hinzugefügte Bibliotheken nicht entfernt werden konnten. Ist das WAR Teil einer Enterprise-Applikation (EAR), dann gehören die Bibliotheken in das lib-Verzeichnis des EAR und nicht in das WAR. Ansonsten kann der Glassfish-Server die abhängigen Bibliotheken nicht entfernen.

CommandException während des Deployments

Eine Fehlermeldung, die mir bisher nur in Verbindung mit Eclipse und den Glassfish-Tools untergekommen ist, ist die CommandException. Während des ersten oder eines erneuten Deployment erscheint die Meldung:

org.glassfish.tools.ide.admin.CommandException: Can not read HTTP response, caught IOException Schwerwiegend: EJB-Modul kann nicht geladen werden. DeploymentContext enthält kein EJB.

Meine Projekte baue ich meist mit Maven. Erscheint diese Meldung beim Deployment innerhalb der Eclipse nach einer Änderung an der pom.xml, so ist das Eclipse-Projekt nicht mehr korrekt synchronisiert. Abhilfe schafft hier in einem Großteil der Fälle die Option Maven > Update Project (Alt + F5).

Sie befindet sich im Kontextmenü des Projekts.

Du möchtest diskutieren oder einen Kommentar zu dem Beitrag hinterlassen?

Dieser Blog hat keine öffentliche Kommentarfunktion, aber ich freue mich jederzeit über eine Mail mit kritischen Anmerkungen, Feedback oder auch einfach nur Lob an meine Mail-Adresse rollin.hand[@]gmx.de.